Kurz erklärt!

Glossar

Zurechtfinden im Label-Dschungel


Alternative Materialien: Nachhaltige Alternativen zu herkömmlicher Baumwolle, Polyester und Kunstfasern wie Bio-Baumwolle, recyceltes Polyester oder neue Naturfasern wie Lyocell können ökologischer Fußabdruck, Wasserverbrauch und Einsatz von Giftstoffen verringern.

Audit: Untersuchung durch unabhängige Gutachter in den Fabriken vor Ort, ob die Produktionsprozesse und die Herstellung den Richtlinien der geforderten Sozial- und Umwelt-Standards entsprechen.

Azo-Farbstoffe: Synthetische Stoffe, die etwa 60% aller in der Textilindustrie verwendeten Farbstoffe enthalten. Einige von ihnen, wie beispielsweise die auf Benzidin-Basis, können giftige oder krebserregende Amine freisetzen und sind deshalb in Deutschland verboten.

BCI: Better Cotton Initiative ist ein Programm, mit dem eine Vereinigung aus Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen die nachhaltige Produktion von Baumwolle fördern will. Ziel ist die Verbesserung der Umwelt- und Arbeitsbedingungen im Baumwollanbau. Für das gleichnamige Siegel müssen 30% der Baumwolle aus nachhaltigen Quellen kommen.

Bio-Baumwolle: Baumwolle, die nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus produziert wird. Im Gegensatz zum konventionellen Baumwollanbau ist dabei der Einsatz von chemischen Pestiziden und Düngemitteln verboten.

Bleichen: Auch hier werden alternative Lösungen gesucht. So werden Chlorbleichmittel für Baumwolle nicht mehr verwendet, weil sie Mikroorganismen in Kläranlagen schädigen und in Gewässern toxisch auf Fische wirken. Ozongas gilt als umweltfreundlicher Ersatz.

Bluesign: Nachhaltigkeits-Standard und Siegel für die schadstoffarme Herstellung von Textilien, mit dem umweltbelastende Substanzen aus dem Fertigungsprozess ausgeschlossen und Richtlinien für den Gebrauch von Chemikalien eingehalten werden sollen.

BSCI: Die Business Social Compliance Initiative wurde 2003 durch den europäischen Handelsverband Foreign Trade Association als Verhaltenskodex für soziale Standards in Produktionsländern entwickelt.

Bündnis für nachhaltige Textilien: 2014 initiierte Minister Gerd Müller das Textilbündnis. Darin tun sich Unternehmen, NGOs, die Regierung und Verbände zusammen, um die Arbeitsbedingungen sowie die ökologischen und sozialen Standards in den Produktionsländern der Textil- und Bekleidungsindustrie zu verbessern.

C&A Foundation: Diese Unternehmensstiftung von C&A unterstützt Programme und Initiativen, mit denen die Modeindustrie fair und nachhaltig verändert wird. Seit Jahresanfang heißt sie Laudes Foundation.

Chromgerbung: Gerbeverfahren für rund 85% des für Schuhe, Bekleidung oder Polster verwendeten Leders, das aus Umweltgesichtspunkten bedenklich ist, weil sich das zum Gerben verwendete Chrom III in der Umwelt anreichert, Böden belastet und Abwasser verseucht.

Clean Clothes Campaign: Oder Kampagne für Saubere Kleidung ist ein internationales Netzwerk aus Organisationen, Vereinen und Verbänden mit dem Ziel, die Interessen von Arbeitern und Verbrauchern durch einen verpflichtenden Kodex zu wahren.

CmiA: Cotton made in Africa ist eine Initiative und ein Siegel der Aid by Trade Foundation für nachhaltig produzierte Baumwolle. Ziel ist es, mit Hilfe zur Selbsthilfe durch Handel statt Spenden Kleinbauern und Kleinbäuerinnen in Afrika bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen zu ermöglichen sowie den Schutz der Umwelt zu fördern. Die Einnahmen aus Lizenzen für das Siegel reinvestiert CmiA, den Mechanismen eines Social Business folgend, in den Baumwollanbaugebieten Subsahara-Afrikas.

Code of Conduct: Ein Verhaltenskodex, den der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie 2010 als Empfehlung für sozial- und umweltverantwortliches Geschäftsverhalten erarbeitet hat und an dem sich viele Unternehmen orientieren, dessen Umsetzung allerdings nicht überprüft wird.

CO2-Bilanz: Maß für den Gesamtbetrag von Kohlenstoffdioxid-Emissionen, der durch die Produktion und das Tragen etc. eines Kleidungsstückes entsteht. CO²-Emissionen sind wesentlich am Treibhauseffekt beteiligt, der zur globalen Klimaerwärmung führt. Ein langärmliges weißes T-Shirt verursacht im Laufe seines Lebens laut Systain einen Kohlendioxid-Ausstoß von etwa 11 kg.

Cradle-to-Cradle: Oder auch Circular Fashion oder Closed Loop genannter Ansatz für eine durchgängige Kreislaufwirtschaft von der Herstellung bis zur Wiederwendung bzw. zum Recyling oder zur Kompostierbarkeit. Dabei geht es darum, Textilien in Gebrauch zu halten, Materialien zu nutzen, die erneuerbar und Lösungen zu entwickeln, die gebrauchte Kleidung in neue Kleidung verwandeln. Dabei müssen Monomaterialen statt Mischgewebe eingesetzt, ungiftige Chemikalien verwendet und bei der Gestaltung bereits an die Reparaturfähigkeit und die Neuverwertung durch Recycling oder Upcycling gedacht werden. Es gibt ein Cradle-to-Cradle-Zertifikat für verschiedene Stufen der Kreislauffähigkeit.

CSR: Corporate Social Responsibility steht für die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft und umfasst soziale, ökologische und ökonomische Aspekte wie faire Arbeitsbedingungen, Umwelt- und Klimaschutz.

Detox-Kampagne: 2011 von Greenpeace gestartete Entgiftungskampagne, mit der sich mehr als 70 globale Modemarken verpflichten, gefährliche Chemikalien und Schadstoffe, wie Alkylphenole und Chlorphenole, durch umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen.

Econyl: Nachhaltig produziertes Garn, das zu 100% aus Nylon-Abfällen, recycelten Fischernetzen, Teppichböden und Plastikmüll hergestellt wird. Es gleicht qualitativ neu hergestelltem Nylon, kann aber immer wieder recycelt, neu geschaffen und geformt werden.

Ellen McArthur Foundation: Von der britischen Seglerin Ellen McArthur 2010 gegründete gemeinnützige Organisation, die sich die Förderung der Kreislaufwirtschaft zum Ziel gesetzt hat.

Ethical Fashion: Oder auch Slow Fashion steht für nachhaltige, umweltschonend und unter fairen Produktionsbedingungen hergestellte Kleidung aus ökologisch abbaubaren Materialien unter Verzicht von Chemikalien.

EU Eco Label: Das offizielle Umweltzeichen der Europäischen Union, das für alle Produkte des täglichen Bedarfs, die ressourcenschonend, mit möglichst wenigen Chemikalien produziert wurden. Das verwendete Material muss außerdem zu mindestens 50% von externen Systemen zertifiziert sein.

Fairtrade Standard: Ein Siegel der Fairtrade Labelling Organizations International (FLO), für das die Einhaltung sozialer, ökonomischer und ökologischer Kriterien bei der Fertigung geprüft wird. Es gibt allgemeine Siegel für alle Produkte und spezielle für Textilien und Baumwolle.

Fashion for Good: Innovationsplattform mit Hauptsitz in Amsterdam, die 2017 von der C&A Foundation gegründet wurde, um neue Technologien für Fair Fashion und Cradle-to-Cradle-Produktionen zu fördern. Viele Unternehmen sind Partner der Initiative, darunter Bestseller, C&A, Adidas, Kering, Otto Group, PVH, Zalando und Stella McCartney.

Fashion Revolution: Weltweite Bewegung, die nach dem Rana Plaza-Unglück gegründet wurde und sich für eine gerechtere Modeindustrie einsetzt. An der Fashion Revolution Week, die jedes Jahr im April um den Rana Plaza-Jahrestag herum on- und offline stattfindet, beteiligen sich Millionen Menschen auf sozialen Medien und bei Aktionen in den Fußgängerzonen etc. Unter anderem fragen sie: „Who made my clothes?“ und fordern damit Unternehmen zu mehr Transparenz auf.

Fridays for Future: Globale Jugendbewegung, die sich für Klimaschutz einsetzt. Die Klimastreiks und Demos wurden von der schwedischen Schülerin Greta Thunberg initiiert und fanden 2019 nahezu jeden Freitag weltweit statt. Wegen der Corona-Pandemie laufen derzeit nur Online-Aktionen.

FSC: Der Forest Stewardship Council ist eine internationale Non-Profit-Organisation, deren Zeichen – ein Bäumchen mit Haken – für verantwortungsvolle Forstwirtschaft steht. Die Zertifizierung gibt es bei holz- und bambusbasierten Materialien, die in der Textilindustrie eingesetzt werden wie Viskose, Lyocell, Modal.

Global Recycled Standard:
 Von der Organisation Textile Exchange entwickeltes Siegel für die Rückverfolgbarkeit und umweltfreundliche Produktion der Fasern. Das Siegel darf verwendet werden, wenn ein Produkt zu mindestens 20 % aus recycelten Materialien besteht.

GOTS: Global Organic Textile Standard für Kleidung aus biologisch erzeugten Naturfasern. Das Textilsiegel definiert als einer der wenigen Standards umwelttechnische Anforderungen und Sozialkriterien entlang der gesamten textilen Produktionskette.

Greenwashing: Kampagnen und PR-Aktionen, die nur den Eindruck vermitteln, die Unternehmen würden besonders umweltfreundlich, ethisch korrekt und fair handeln. Bei den „grüngewaschenen“ Produkten entspricht dieser äußere Schein allerdings nicht den ökologischen oder sozialen Tatsachen.

Grüner Knopf: Staatliches Metasiegel für Textilien, das vom Bundesentwicklungsministerium 2019 eingeführt wurde. Bedingungen sind 26 soziale und ökologische Kriterien. Basis sind andere Siegel wie GOTS, deren Einhaltung Prüfstellen wie der TÜV kontrollieren. Ziel ist es, den Verbrauchern eine Orientierung im Siegel-Dschungel zu bieten.

ILO: Internationale Arbeitsorganisation, die sich seit 1919 für die Rechte von Arbeitern und weltweit geltende sozialen Mindeststandards einsetzt. Die von der ILO verabschiedeten acht Kernarbeitsnormen bilden das Grundgerüst für internationale Arbeits- und Sozialstandards.

Innatex: Fachmesse für nachhaltige Textilien, die seit 1997 von der Muveo GmbH jeweils im Winter und im Sommer in Hofheim-Wallau organisiert wird.

ISO Standard: Die International Organization for Standardization ist eine unabhängige NGO mit Sitz in der Schweiz, der insgesamt 164 Normierungsinstitute angehören – so auch das Deutsche Institut für Normung (DIN), das die deutschen Normierungs-Interessen vertritt. Die Serie der ISO 8559-Standards wird von einem technischen Komitee ausgearbeitet, der SABS, dem Mitglied der ISO in Südafrika.

IVN: Der Internationale Verband der Naturtextil-Wirtschaft ist ein Zusammenschluss von Unternehmen der Leder- und Textilwirtschaft, die für ökologische und sozialverantwortliche Herstellung eintreten und das Siegel „Naturtextil zertifiziert BEST“ für Naturfasern aus 100% Bioanbau herausgeben.

Kapok: Natürlich nachwachsender Rohstoff, der keine zusätzliche Bewässerung, Dünger oder Spritzmittel benötigt. Die reifen Kapseln des in Südamerika und Asien wachsenden Kapok-Baumes werden ihrer natürlichen Form als Pflanzendaune zu Füllmaterial für Jacken etc. verarbeitet.

Klimawandel: Weltweit auftretende, durch den Menschen verursachte Veränderung des Klimas, die zur Erderwärmung führt. Kleidung gehört zu den ressourcenintensivsten Produkten. So werden beispielsweise schätzungsweise 8% des weltweiten CO²-Ausstoßes, einem wesentlichen Treiber des Klimawandels, von der Bekleidungs- und Schuhindustrie verursacht.

Lieferkettengesetz: Gesetzentwurf zur Einhaltung von Standards in der globalen Produktion. Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag verpflichtet, eine unternehmerische Sorgfaltspflicht als Gesetz einzuführen, wenn nicht die Mehrheit der deutschen Unternehmen bis Ende 2020 entsprechende Prozesse freiwillig veranlassen.

Living Wage: Fairer Lohn, der nicht nur das bloße physische Überleben, sondern auch die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben sichert. Das ist mehr als der Mindestlohn, der nur die gesetzliche Lohnuntergrenze und meist lediglich einen Existenzlohn definiert.

Lyocell: Biologisch abbaubare Faser aus Zellulose, die aus Holzschliff von Bäumen wie Eukalyptus, Eiche und Birke gewonnen wird. Die so genannte Rückgewinnungs- oder Regenerationsfaser wird von der Lenzing AG unter dem Markennamen Tencel angeboten.

Made in Green by Oekotex:Nachverfolgbares Zertifikat für Textilien sowie Lederartikel aller Vorstufen. Das Label verknüpft die Schadstoffprüfung des Standard 100 mit der Kontrolle, dass das Produkt mit nachhaltig und sozialverträglich hergestellt wurde.

Menschenrechte: Moralisch begründete, individuelle Freiheits- und Autonomierechte, die jedem Menschen zustehen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Nationalität, Alter, Hautfarbe. Die Bundesregierung hat Ende 2016 den Nationalen Aktionsplan (NAP) Wirtschaft und Menschenrechte verabschiedet. Darin wird erstmals die Verantwortung von deutschen Unternehmen für die Achtung der Menschenrechte verankert.

Mikroplastik: Feste und unlösliche Kunststoffe, die kleiner als 5 mm sind. Die Partikel entstehen beim Reifenabrieb und kommen u.a. in Kosmetik, Flüssigwaschmitteln und Bekleidung vor (z.B. Fleece-Stoffe). Sie lösen sich beim Waschen und landen schließlich im Meer. Textilfasern sind die Mikroplastikquelle Nummer Eins bei der Meeresverschmutzung.

MRSL: Die Manufacturing Restricted Substances List enthält Chemikalien, deren Einsatz im Produktionsprozess auf festgelegte Dosierungen beschränkt oder komplett verboten ist.

Mulesing: Bei dem grausamen Verfahren werden Schafen ohne Betäubung mit einem Messer oder einer Schere handtellergroße Haut- und Fleischstücke vom Hinterteil geschnitten. Damit soll der Befall durch Fliegenmaden in den Hautfalten vermieden werden.

Neonyt: Die Order- und Informationsplattform der Messe Frankfurt für Fair Fashion ging 2019 aus den Events Ethical Fashion Show und Greenshowroom hervor. Nach rund acht Jahren in Berlin zieht die Messe 2021 nach Frankfurt.

Oeko-Tex: Eine Prüfgemeinschaft aus 18 unabhängigen Instituten in Europa und Japan. Zum Portfolio gehören zahlreiche Zertifizierungen entlang der Textil-Kette für schadstofffreie und faire Produkte (u.a. Standard 100, Step und Made in Green).

PETA Deutschland:  Die Organisation wurde Ende 1993 gegründet und ist Partner von PETA USA, der mit über sechseinhalb Millionen Unterstützern weltweit größten Tierrechtsorganisation.

PFC: Es gibt mehrere hundert der Per- und polyfluorierten Chemikalien. Einige PFCs reichern sich in der Umwelt und in Organismen an und wirken zudem gesundheitsschädlich auf den Menschen. In der Modebranche nutzt vor allem die Outdoor-Industrie PFC wegen ihrer wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften. Viele Unternehmen setzen jedoch zunehmend auf neue Alternativen.

Pflanzenfarben: Traditionelle Färberpflanzen sind z.B. Indigo, Rittersporn und Färberkrapp. Pflanzenextrakte gehörten über 300 Jahre zu den wichtigsten Färbemitteln für Textilien. Der Nachteil: die Lichtechtheit der Farben und deren verlässliche Reproduzierbarkeit.

Pflanzengerbung: Pflanzlich, lohgar, altgegerbtes oder vegetabil gegerbtes Leder wird u.a. mit Eichen- und Fichtenrinde, Tara-Schoten, Olivenblättern oder Rhabarberwurzeln gegerbt. Wirkstoff in der pflanzlichen Gerbung sind die Tannine.

Pre- und Post Consumer Waste: Abfall, der während des Herstellungsprozess entsteht, z.B. Schnittreste und Ausschussware. Post Consumer Waste wird vom Verbraucher erzeugt (klassisch Altkleider).

Rana Plaza: Am 24. April 2013 stürzte die Textilfabrik Rana Plaza in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka ein. 1135 Menschen starben, über 2000 wurden verletzt. Seitdem sind die Arbeitsbedingungen in der Modeindustrie wesentlich stärker ins Licht der Öffentlichkeit gerückt als zuvor. Zahlreiche Initiativen haben sich gegründet, darunter Accord und Fashion Revolution.

Reach: Die Europäische Chemikalienverordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe ist seit 2007 in Kraft. Reach steht für Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals.

Recyceltes Polyester: Polyester ist eine erdölbasierte Kunstfaser, die nicht biologisch abbaubar ist. Allerdings kann sie eingeschmolzen und mit weniger Energieaufwand zu neuem Garn versponnen werden. Recyceltes Polyestergarn wird häufig aus PET-Flaschen gewonnen. Meeresmüll und alte Kleidung eignet sich meist nicht zur Aufarbeitung, weil die Materialien gemixt oder verunreinigt sind.

Recycling: Beim Recycling werden Produkte gesammelt, sortiert, in ihre Bestandteile zerlegt und nützliche Materialien zurückgewonnen. Dadurch entstehen Rohstoffe, die für die Herstellung anderer Produkte verwendet werden können. Das Müllaufkommen reduziert sich und die Lebensdauer von Rohstoffen wird verlängert. Verliert ein wiederverwertetes Produkt an Qualität, spricht man von Downcycling.

Refibra: Die Faser stammt wie Tencel aus dem Hause Lenzing. Dabei werden Baumwollstoffreste, z.B. aus der Bekleidungsproduktion, mit Zellstoff vermischt. So entstehen neue Tencel Lyocell-Fasern.#

Responsible Down Standard: Der RDS wurde von Textile Exchange mit der Control Union und weiteren Stakeholdern entwickelt und gilt als führender Standard für den Tierschutz bei Daunen-und Federprodukten.

SA 8000:  Der internationale Zertifizierungsstandard für Arbeitsbedingungen wurde 1989 von Social Accountability International (SAI) entwickelt und gilt als weltweit anerkanntester unabhängiger Arbeitsplatzstandard.

SAC/Higg Index: Der Higg Index ist ein webbasiertes Tool der gemeinnützigen US-Organisiation Sustainable Apparel Coalition (SAC). Ziel ist, ein Nachhaltigkeitskonzept und eine einheitliche Bewertung der Nachhaltigkeitsleistungen von Mode- und Schuhanbietern zu schaffen.

Sandstrahlen: Verfahren, bei dem Sand unter Hochdruck auf Jeans-Stoff geschossen wird, um ihn auszubleichen und aufzuweichen. Es gilt jedoch als extrem gesundheitsschädlich für die Arbeiter wegen des quarzhaltigen Feinstaubes, sodass sich viele Denim-Anbieter inzwischen davon verabschiedet haben. Alternative Finishing-Methoden sind Laserbeahndlungen oder Ozon-Bleiche.

Secondhand/Altkleider: Jedes Jahr werden in Deutschland rund eine Million Tonnen Altkleider in Altkleidercontainer oder Sammlungen gegeben. Fast Fashion befeuert die Menge erheblich bei sinkenden Qualitäten. Während Verwerter Probleme haben, Alttextilien loszuwerden, boomt der Second Hand-Markt. Ob private Verkäufe oder professionelle Plattformen wie Ubup, Kleiderkreisel, Reverse, Vestiare Collective oder Vinted verkaufen erfolgreich gebrauchte Marken- und Designer-Artikel. 2028 soll der Second Hand-Markt weltweit 64 Mrd. US-Dollar umsetzen, prognostiziert ThredUp.

Slow Fashion:  Oder auch Ethical Fashion ist der Gegenentwurf zu Fast Fashion und steht für fair produzierte, qualitativ hochwertige und damit langlebige Mode. Öko-Materialien, regionale Produktion, Recycelbarkeit und zeitloses Design spielen ebenfalls eine Rolle.

Tencel: Lyocell- und Modalfasern der Marke Tencel aus dem Hause Lenzing werden in einem umweltbewussten Herstellungsprozess aus Holz erzeugt.

Textile Exchange:  Die weltweit tätige Non-Profit Organisation will vor allem die Nutzung von nachhaltigen Fasern in der Textil- und Modeindustrie fördern.

The Good Cashmere Standard: 2020 von der Aid by Trade Foundation (AbTF) als neuer, unabhängiger Materialstandard für Cashmere entwickelt. Zunächst werden nur Ziegenfarmer in der Inneren Mongolei zertifiziert.

Transparenz/Traceability: Immer mehr Unternehmen legen ihre Lieferketten offen und machen jeden Produktionsschritt nachverfolgbar und transparent. Dies ist ein wichtiger Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie und wichtig für die Glaubwürdigkeit einer Marke und die Erteilung von Zertifikaten.

Vegan Fashion: Bekleidung und Schuhe ohne tierische Materialien wie Leder, Daunen, Wolle, Seide oder Pelz. Aber auch Komponenten wie Klebstoffe müssen frei von tierischen Bestandteilen sein. Das Problem: Als alternatives Material kommen zumeist Polyester und andere Kunststoffe zum Einsatz, die auf Erdölbasis gewonnen werden und umweltschädlich sind.

Verpackungsmüll:  Kartons, Tüten, Hangtags, Plastikbügel, Schutzfolien, Einlegepappen – die Müllberge in der Modebranche türmen sich. Immer mehr Unternehmen sagen diesen Bergen den Kampf an und entwickeln neue Verpackungskonzepte und recycelfähige Verpackungsmaterialien.

ZDHC:  Die Abkürzung steht für Zero Discharge of Hazardous Chemicals. Die 2011 gegründete Vereinigung von Textil- und Schuh-Herstellern hat das Ziel, Schadstoffe völlig aus der Produktion zu verbannen.

Fotos: LOGO: GRÜNER KNOPF, GOTS, OXOTEX MADE IN GREEN